Die Auswertung folgt einer festen Handwerksregel: Jede Zahl erhält eine Quelle, jeder Zeitabschnitt einen Status. So bleibt nachvollziehbar, was Beobachtung ist und was Projektion.
Beobachtungszeitraum und Datenstand
Der Untersuchungszeitraum reicht vom 1. Januar 2016 bis zum letzten verfügbaren Beobachtungspunkt im zweiten Quartal 2026. Daten aus dem Jahr 2026 sind ausdrücklich als Teiljahr gekennzeichnet, weil sie nur Monate umfassen und nicht mit vollständigen Kalenderjahren vergleichbar sind. Abgeschlossene Jahre tragen keine solche Markierung.
Alles, was über den letzten Beobachtungspunkt hinausgeht, ist als Prognose ausgewiesen. Prognosen und Beobachtungen werden nicht in derselben Abbildung oder Tabelle vermengt.
Transaktionspreise und Angebotspreise
Die Analyse trennt zwei Preiskategorien, die oft verwechselt werden:
- Transaktionspreise sind tatsächlich gezahlte Preise. Der Europace-HPINDEX leitet sie aus abgeschlossenen Finanzierungsfällen ab und liefert damit eine beobachtungsbasierte, wenn auch über die Finanzierung gefilterte Größe.
- Angebotspreise sind geforderte Preise in Immobilienportalen. Sie liegen erfahrungsgemäß über Transaktionspreisen und werden in der Auswertung nur als solche benannt.
Für die drei untersuchten Viertel — Innenstadt, Beuel und Godesberg — wird jeweils ausgewiesen, welche Preiskategorie gerade herangezogen wird.
Nationale Benchmarks versus Bonner Befund
Der Wohnungspreisindex des Statistischen Bundesamtes (Destatis) beschreibt Deutschland als Ganzes. Er wird hier als bundesweiter Referenzrahmen herangezogen, nicht aber als Beleg für die Bonner Lage. Wo die hiesige Entwicklung vom nationalen Index abweicht, wird das als Stadtteilbefund ausgewiesen und begründet.
Makrotrends im Untersuchungszeitraum
| Trend | Zeitraum | Quellenkategorie | Wirkung auf Bonn |
|---|---|---|---|
| Niedrigzinsphase | 2016 – Frühjahr 2022 | Europace-HPINDEX | Steigende Transaktionspreise in allen drei Stadtteilen |
| Zinswende | ab Sommer 2022 | Europace-HPINDEX, EZB-Leitzins | Rückläufige Transaktionszahlen 2023, nachgebende Preise vor allem im Zentrum |
| Baukostenanstieg | 2016 – 2023 | Destatis-Baukostenindex | Neubau verteuert sich, Bestand wird nachgefragt |
| Energieeffizienz | ab 2023, voll ab 2024 | Gebäudeenergiegesetz, Energieausweis | Abschläge für schlechte Energieklassen, Wertstabilität für sanierten Bestand |
Stadtteilbezug
Die Auswertung beschränkt sich bewusst auf drei Bonner Stadtteile, um Tiefen statt Breite zu liefern:
- Zentrum — Innenstadt um Marktplatz, Münsterplatz und Bogenstraße; höchste Quadratmeterpreise, dünne Transaktionslage, überwiegend Angebotspreise als Indikator.
- Beuel — rechter Rheinseiten mit Kennedybrücke und historischem Ortskern; Nachfrage hat seit 2019 spürbar zugenommen.
- Bad Godesberg — südlicher Stadtteil mit Villenviertel, Kurbezirk und Kurfürstlicher Redoute; eigene Preisklasse, internationaler Nachfrage ausgesetzt.
Was diese Auswertung nicht leistet
Es handelt sich um eine redaktionelle, informationale Auswertung. Sie ersetzt keine Immobilienbewertung, keine Maklertätigkeit und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für verbindliche Wertermittlungen ist eine zugelassene Wertermittlungsstelle heranzuziehen.
Anfrage der ausführlichen Auswertung
Die ausführliche Auswertung mit Stadtteildiagrammen versenden wir auf Anfrage. Fordern Sie sie über das Kontaktformular an; die Antwort erfolgt in der Regel binnen zwei Werktagen.